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IAMX Review

(24/04/07)Ja, ist denn schon wieder Halloween?Jaja, Frauen und die Orientierung... Durch widrige Umstände (Autofahren in Köln? Vergiss es!) und vergebliche Parkplatzsuche am Stollwerck komme ich viel zu spät und bekomme grade noch die letzten paar Songs von den Sohodolls, einer Elektro-Glam-Kapelle aus London mit. Und was die da so abliefern ist ganz ansehnlich. Das Ganze erinnert an eine Mischung aus bekannten Aspekten. Der Keyboarder lässt mich mit seinem Outfit und seiner Frisur vermuten, dass ich aus Versehen auf dem Horrors Konzert gelandet bin (War das nicht erst morgen?), die Sängerin, die die männlichen Zuschauer mit ihrem Aussehen und ihrer Ausstrahlung gekonnt um den kleinen Finger wickelt, hat ein Stimmchen wie Kylie Minogue, das in seinem krassen Gegensatz zur Musik den Songs eine interessante Komponente verleiht. Technische Probleme werden charmant überspielt, das Mikro wie ein Lasso über dem hübschen Haupt geschwungen, mit dem knackigen Hintern ein bisschen in Richtung erste Reihe gewackelt. Zu guter Letzt erleben die Herren in den ersten Reihen bei „Stripper“ schätzungsweise einen Beinahe-Herzinfarkt als die Frontfrau die weiße Bluse aufreißt, unter der sie ihre Brust nur mit einem schwarzen Tape-Streifen bedeckt hat. Kennt man das Video zu der Single hat man damit natürlich gerechnet, scheint diese mir doch eher schmerzhaft erscheinende Technik der Verpackung sekundärer weiblicher Geschlechtsmerkmale ein Leitmotiv im Bühnengeschehen der Sohodolls zu sein. Alles in allem eine nette Einstimmung auf den eigentlichen Hauptact IAMX.Doch der lässt ganz schön lange auf sich warten und als um 23 Uhr immer noch kein Anzeichen eines baldigen Betretens der Bühne zu vernehmen ist, machen sich schon die ersten Sorgen, ob sie denn an diesem Dienstag Abend noch die letzte Bahn kriegen. Um 23.15 ist es jedoch endlich soweit. Die Band stimmt „The Alternative“ an und wenig später betritt Chris Corner von frenetischem Jubel empfangen die Bühne. Der Gegensatz zum gestrigen Konzert der Robots in Disguise, bei dem Chris noch an den Drums gesessen hat, und diesem Empfang könnte größer nicht sein. Hier steht er als Entertainer seinen Mann. Und der Entertainment-Faktor ist hoch. Das Outfit des leicht skurrilen Wahl-Berliners könnte auf einer Halloween Party für Erwachsene als Albtraum-Version von Willy Wonka durchgehen. Ein schwarzer enger Frack, der den Blick auf die knöchrige Brust freilässt, ein roter Glitzer-Zylinder mit Pfauenfeder, die Storchenbeine in einer hautengen schwarzen Hose und schwarzen fast kniehohen Stiefeln verpackt und ein an den guten alten William Shakespeare erinnernder Manschettenkragen sind das, was Chris Corner seinem Publikum outfit-technisch zu bieten hat. Den Haufen Make-up nicht zu vergessen. Abgerundet wird dies durch die nicht viel weniger schrägen Outfits seiner Bandmitglieder. Alles in allem habe ich das Gefühl, auf einer Halloween Party im April gelandet zu sein, mit sehr guter musikalischer Beschallung, aber wenn man sich den Körperfettgehalt der Akteure auf der Bühne ansieht, definitiv ohne Süßigkeiten.Durch stylishe Projektionen auf einer Leinwand werden die Songs, insgesamt elf an der Zahl, visuell unterstützt. Die Stimmung im sehr gemischten Publikum (Indie-Kids, Goth-Kids, Vertreter der Generation Depeche Mode) ist durchweg gut, Höhepunkte bieten aber definitiv die Songs „Kiss and Swallow“ und das anschließende „Nightlife“. Chris Corner spielt mit seinem Publikum, verleiht großmütig seinen Zylinder, genießt das Bad in der Menge, reitet mal ein Ründchen auf seinem Roadie oder heizt die Stimmung dadurch an, dass er genüsslich das Kabel seines Mikros ableckt. Corner versteht es, durch eine Art unheimlicher Anziehung zu faszinieren. Nach einem weiteren Publikumsliebling, „Spit it out“, verschwindet die Band kurz, um zu den zwei Zugaben „After every party I die“ und „Your joy is my low“ wieder die Bühne zu entern. Bereits um 00.15 Uhr hat dieses intensive Konzert jedoch sein jähes Ende gefunden und die letzte Bahn wird bestimmt noch erwischt worden sein.

IAMX @ Bürgerhaus Stollwerck, Köln